Gemeinschaftliche Wohn- und Lebensformen

Immer drängender wird die Frage, wie wir uns als Gesellschaft auf die dramatischen Veränderungen einstellen können, die durch unsere demografische Entwicklung bedingt und unabwendbar sind (älter werdende Gesellschaft, Auflösung des Solidarprinzips der Sozialsysteme und des Generationenvertrages, anstehende Altersarmut, Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur, Entvölkerung ganzer Regionen).

 

Nachbarschaft    und     nachbarschaftliche     Verflechtungen     sind ein selbstverständlicher Teil unserer Lebens- und Wohnkultur. Gemeinschaftliches Wohnen folgt traditionellen Mustern, die den Erfordernissen und Bedürfnissen des heutigen Lebens entsprechend weiter entwickelt werden.

 

Man spricht von „Gemeinschaftlichem Bauen und Leben, wenn sich Bauwillige und/oder Gleichgesinnte mit der Absicht zusammenschließen, gemeinsam zu bauen oder zu mieten, um über das üblich gewordene Maß unverbindlicher Nachbarschaft hinaus zu wohnen, zu arbeiten und zu wirtschaften. Für viele Menschen wächst das Bedürfnis, individuelle Wohnwünsche in einer gewählten Nachbarschaft kostengünstig zu realisieren und in unterschiedlichem Umfang selbst bei der Gestaltung mitwirken zu können.

 

Wer sich in einem gemeinschaftlich orientierten Projekt beteiligt, hat dafür meist ökonomische aber auch soziale und ideelle Gründe. Wieviel Gemeinschaft und wieviel Privatheit in einem Wohnprojekt erwünscht ist, entscheidet jede Gruppe für sich. Das gewählte Verhältnis wird ein charakteristisches Merkmal und zugleich verbindendes Element des jeweiligen Projektes sein. Für gemeinschaftliche Mietprojekte ist derzeit ein steigender Bedarf zu beobachten.

 

Die Bewohner sollen und wollen ihre Projekte mitgestalten, mitverwalten und mitverantworten. Selbstbestimmt und solidarisch leben bedeutet dabei, Mitgestaltung und Verantwortung  für  das  eigene  Leben  bis ins hohe Alter zu übernehmen aber auch für die Mitbewohner in der Hausgemeinschaft oder der verlässlichen Nachbarschaft da zu sein.

 

Auch unter dem Aspekt der Zukunftssicherheit“ gewinnen Gemeinschaftliche Wohnformen zunehmend an Bedeutung. Wohnprojekte können ein selbstbestimmtes Leben  und  eine  Steigerung der Lebensqualität vor allem für ältere Menschen ermöglichen, was zu einer deutlichen Entlastung der Pflegekassen und Sozialhaushalte und gleichzeitig zur städtebaulichen, wohnungswirtschaftlichen aber auch sozialen Aufwertung von Wohn- und Stadtquartieren beitragen kann.

 

Auszug aus einem Info-Blatt der WohnStrategen e.V., Regionalstelle Thüringen des FORUM GEMEINSCHAFTLICHES WOHNEN e.V., Jakobstraße 10, 99423 Weimar, Tel. 03643-7736496, info@wohnstrategen.de, www.wohnstrategen.de